Honig – fest oder flüssig

 

Das Angebot aus den Supermärkten lässt viele glauben Honige wären natürlicherweise flüssig. Dies ist ein Irrtum. In unseren Regionen werden alle Honige früher oder später fest - dies kann Tage bis Wochen dauern.

Südländische und asiatische Kunden meinen oft sogar feste Honige entstünden aus minderwertigem Zucker den die Imker hierzulande den Bienen verfüttern da dies in deren Heimatländern häufig praktiziert wird.

Dies entspricht natürlich nicht den Tatsachen. Die strengen Richtlinien der deutschen Honigverordnung und die noch strengeren Richtlinien des Imkerbundes  verbieten dies.

Die Einhaltung dieser Richtlinien wird unangekündigt und stichprobenartig durch Rückstellproben und Kontrollen mit sensorischen und chemischen Analysen bei jedem Imker des Deutschen Imkerbundes überprüft.

Dies ist nicht überall so. In weiten Teilen des  Auslandes ist die Ernte von zugefüttertem Zuckerwasser durchaus erlaubt, gerade dieser Honig bleibt lange flüssig denn die Kristallisation des Honigs erfolgt durch den natürlichen Traubenzuckeranteil des Blütennektars an Kristallisationskeimen wie beispielsweise dem Blütenpollen. Fehlen diese Faktoren – wie bei der Zufütterung – bleibt der Honig flüssig.

Zudem wird flüssiger Honig erhitzt und/oder durch feine Filter gepresst was eine weitere Qualitätsminderung bedeutet.

Streichfester Honig ist also ein Qualitätsmerkmal für naturbelassenen hochwertigen Honig.

Wer dennoch gerne unbehandelten flüssigen Honig haben möchte muss hierzulande auf ganz erntefrischen Honig zurückgreifen oder auf Honige mit geringen Traubenzucker und Pollenanteil zurückgreifen, beispielsweise auf Tannenhonige.

Alternativ kann man sich den Honig bei maximal 40° im Wasserbad erhitzen.

Heimische Honige werden gerührt. Dies bedeutet, dass während der Kristallisation durch spezielle Gerätschaften die sich bildenden Kristalle immer wieder aufs Neue über mehrere Tage oder Wochen hinaus gebrochen werden, ähnlich einer Eismaschine. Dies bedeutet, dass man –ähnlich wie beim Speiseeis - einen lange streichzarten Honig erhält, der über einen langen Zeitraum nicht vollständig aushärtet.

 

Auf Vorbestellung kann man bei jedem Imker auch Wabenhonig beziehen.Gerne wird er diese Waben für Sie bei der nächsten Ernte nicht schleudern.

 

Blüten-, Sorten- oder Honigtauhonig

Ernährungswissenschaftlich ist Blütenhonig mit seiner Vielzahl an unterschiedlichen Nektar – und Pollenquellen  sicherlich der wertvollere Honig, viele Kunden mögen allerdings den sortentypischen Geschmack einer bestimmten Honigsorte.

Um als Sortenhonig bezeichnet werden zu dürfen muss eine Pollenanalyse vorliegen anhand der sich nachweisen lässt, dass der Überwiegende Anteil der Blütenbesuche einer einzigen Trachtpflanze zuzuordnen ist.

Honigtauhonig besteht aus den gesammelten Ausscheidungen pflanzensaftsaugender Insekten.

An dieser Stelle stellen wir die wichtigsten regionalen Honigsorten vor:

 

Frühtracht

Frühtrachthonig ist der Honig aus dem Nektar der Frühjahrsblüten. In der Hauptsache ist dies der Nektar von Obstblüten, Löwenzahn, Schlehen und frühblühenden Wiesenblumen.

Im Geschmack ist dieser Honig eher mild.

 

Sommer(blüten)honig

Sommertrachthonig ist ein Blütenhonig aus Nektar von Sommerblumen, teilwiese kann auch Honigtau enthalten sein.

Das Aroma ist etwas kräftiger als bei der Frühtracht.

 

Linden- oder Lindenblütenhonig

Lindenblütenhonig besteht aus dem Nektar der Lindenblüte, Lindenhonig enthält zusätzlich hohe Anteile von Honigtau der Lindenparasiten. Je dunkler der Honig, desto höher der Honigtauanteil.

Im Geschmack ist dieser Honige kräftig und kann an Menthol erinnern.

 

Rapshonig

Rapshonig kristallisiert besonders fein und gleichmäßig aus, ist hellgelb bis weiß und besonders mild im Geschmack. Rapshonig wird besonders gerne von Kindern gegessen.

 

Tannenhonig / Waldhonig

Beides sind sehr dunkle, kräftige Honigtauhonige die Aufgrund des geringen Traubenzuckeranteiles besonders lange flüssig bleiben. Diese Honige werden in unserer Region nur selten geerntet.