Wie werde ich Imker, mit welchem Zeitaufwand und welchen Kosten habe ich zu rechnen? Wo erlange ich die notwendige Fachkenntnis?

Da die Anforderungen an die Bienenhaltung durch immer neue Krankheiten, Schädlinge, Gesetze usw. beständig zunehmen, sollte man immer vorab einen Kurs besuchen. Ohne diesen ist die Wahrscheinlichkeit gering als Anfänger die Völker lebend aus dem ersten Winter zu bekommen.

Es gibt eine Vielzahl von Anbietern für Einstiegskurse welche immer sowohl Theorie als auch Praxis beinhalten. Manche sind kostenlos und daher oft überlaufen, manche kosten Geld beinhalten dafür aber Schulungsmaterial und haben eine begrenzte Teilnehmerzahl erfordern aber eine frühzeitige Anmeldung, nicht selten bereits im Vorjahr.

Die örtlichen Imkervereine bieten diese meist an, können andere Anbieter vermitteln und ebenfalls in vielen weiteren Bereichen fast unbezahlbare Hilfe leisten. Neben dem Bezug gebrauchter Materialien hat man hier die Chance über einen Imkerpaten dauerhafte praktische Unterstützung zu bekommen, Völker zu beziehen, an Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen, von günstigen Sammelbestellungen zu profitieren, wichtige aktuelle Hinweise zu bekommen und preiswerten Versicherungsschutz zu genießen. Um Honig im Glas des Deutschen Imkerbundes verkaufen zu dürfen ist die Vereinsmitgliedschaft und ein spezieller Honigkurs zur Vermittlung der besonders hohen Qualitätsanforderungen dieses Warenzeichens sogar unumgänglich.

 

Am besten fängt ein Neuimker mit 2-3 Völkern an um das Risiko des Totalverlustes nach dem ersten Winter zu minimieren.

Die Kosten für eine Minimalausstattung dieser Größe dürften bei etwa 700,- € liegen. Die jährlichen Unterhaltungskosten liegen bei ca 60,- € pro Volk und Jahr. Diese Unterhaltskosten sind jedoch durch den Honigverkauf gedeckt.

Als Minimalausstattung gelten:

Schleier + Weste  , Smoker, Abkehrbesen ( aus Hygienegründen nur Synthetik verwenden ), Stockmeißel, 3-4 Beutensets,  Mittelwände, 100 Rähmchen,  2 bis 3 Kunstschwärme oder Ablegervölker, Ameisensäure, Vereinsmitgliedschaft (Versicherungsschutz gegen Vandalismus, Fremd- und Personenschäden ), Beitrag für die Tierseuchenkasse.

Der finanzielle Aufwand lässt sich durch den Kauf gebrauchter Geräte verringern. Mittelfristig kommen jedoch erhebliche Zusatzkosten für weiteres Zubehör wie Schleuder (ab 400,-), Ernte-und Abfüllgerätschaften, Wärmeschrank,... auf einen zu.

Der Zeitaufwand für eine Imkerei dieser Größe liegt bei etwa 30min /Woche von März bis September.

Die beste Zeit für den Kauf der Völker ist der März (Ableger aus dem Vorjahr) oder aber der Mai/Juni (Kunstschwarm).